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Wahlprüfstein No. 2 – Clubkultur vs. Subventionskultur in Frankfurt #CAMfragt

Clubs am Main ist der Ansicht, dass in Frankfurt zu wenig zur Förderung der Clubs und Live-Musikspielstätten getan wird. Dagegen finanziert die Stadt selbst mit öffentlichen Geldern Auftritte international bekannter DJs und Bands in ohnehin bereits kommunal geförderten Einrichtungen wie Museen und Theatern. Dabei herrscht mangelnde Transparenz bei der Vergabe und es besteht kein fairer Zugang zu den entsprechenden Ausschreibungen. Somit werden öffentlich rechtliche Kultureinrichtungen ohne Not zu Konkurrenten der privatwirtschaftlichen Musikclubs und -veranstalter aufgebaut und die lokale Szene somit nachhaltig geschwächt. Wettbewerbsverzerrungen in nicht unerheblichem Ausmaß sind die Folge.

Clubs am Main fragt: #CaMfragt
Wie steht Ihre Partei dazu, dass die Stadt Frankfurt Konzerte und DJ-Veranstaltungen durch ihre derzeitige Subventionspolitik nur in Theatern und Museen fördert?

CDU FRANKFURT

Wir halten die Subventionierung von DJ-Veranstaltungen und Konzerte in Theatern und Museen, die von der Stadt gefördert werden, in der Regel für nicht akzeptabel, sofern dafür in Frankfurt geeignete privatwirtschaftlich finanzierte Veranstaltungsstätten bestehen. Konzertformate, die allerdings bei privaten Veranstaltern auf kein Interesse stoßen, sei es weil sie zu wenig Publikum finden oder aber nicht in das künstlerische Konzept der privaten Veranstalter passen, können durchaus gefördert werden, wie zum Beispiel in der Brotfabrik oder im Jazzkeller. In der Regel sollten aber in Theatern und Museen keine abendfüllenden Konzerte oder DJ-Veranstaltungen mit öffentlichen Mitteln subventioniert werden.

DIE GRÜNEN FRANKFURT

Die Stadt Frankfurt engagiert sich auf vielfältige Weise für ein breitgefächertes Kulturleben. Über die mehrheitlich in Besitz der Stadt Frankfurt befindliche Mainova AG wird zum Beispiel seit vielen Jahren der Wettbewerb „Heimspiel“ ausgerichtet, um die regionale Musikszene zu fördern.“ Gemäß der Förderrichtlinien des Kulturamts für die Popularmusik können „ausnahmsweise professionell arbeitende Einzelkünstler, die in Frankfurt am Main ansässig sind bzw. hier den Schwerpunkt ihrer Arbeit haben bzw. in Frankfurt am Main Projekte verwirklichen“ gefördert werden. Aufführungen mit DJs und Bands in Museen und Theatern sind im Vergleich zur Gesamtheit der vielfältigen Veranstaltungen in Frankfurt die große Ausnahme, nicht die Regel. So soll es auch bleiben.

SPD FRANKFURT

Die Frankfurter SPD spricht sich grundsätzlich dagegen aus, dass die Stadt als eigener Veranstalter im Kulturbereich auftritt und hat dies auch schon an anderer Stelle kritisiert, beispielsweis wenn durch Veranstaltungen des städtischen Literaturbüros Veranstaltungen der freien Literaturszene konterkariert oder gar Sponsoren abgeworben werden. Analog gilt dies natürlich auch für die Konzert- und Clubszene. Generell gilt, dass mit Ausnahme großer, auch überregional bedeutsamer Feiern wie zum Beispiel des Tags der Deutschen Einheit die Stadt solche Events nicht in eigener Regie durchführen sollte, um nicht in Konkurrenz mit den privaten Veranstaltern zu treten.

DIE LINKE FRANKFURT

Politik sollte sich nicht in die künstlerische Ausgestaltung der Frankfurter Spielstätten und Ausstellungsräume einmischen. Wenn es in das künstlerische Konzept und den öffentlichen Auftrag passt, können gerne auch die Peaches im Mousonturm auftreten und House-DJs in der Schirn. Öffentliche Ausschreibungen wären nicht zielführend aufgrund der langen und extrem bürokratischen Prozesse, die eigenständige Künstlerinnen und Künstler kaum erfüllen können. Zudem liegen die Honorare unterhalb der Grenzen zur Ausschreibung. Eine freihändige Vergabe durch die Institutionen scheint die sinnvollste und pragmatischste Lösung zu sein. Wohl aber muss transparent werden, welche Künstler*innen welches städtische Honorar bezogen haben und wie sie in das künstlerische Konzept passen. Dazu wäre eine jährliche Offenlegung im Rahmen eines Berichtes sinnvoll, analog zur Förderung in den freien darstellenden und bildenden Künsten. Eine Unterscheidung zwischen „Hochkultur“ und „Subkultur“ erscheint aufgrund der verschwimmenden Grenzen nicht sinnvoll. Vielmehr sollten analog zum Hamburger Sanierungsfonds auch freie Musikspielstätten eine Förderung erhalten, damit z.B. der Sanierungsstau abgebaut werden kann. Auch ein regelmäßiger Runder Tisch mit den Ordnungs- und Brandschutzbehörden, in dem Probleme dialogisch gelöst werden können, wäre sinnvoll. Für finanzielle Zuwendungen bedarf es eines Förderkonzeptes ähnlich wie bei der Förderung von Freien Theatern, damit neben Leuchtturmprojekten auch sinnstiftende andere Projekte und Institutionen gefördert werden – etwa aufgrund ihrer herausragenden Bedeutung, ihrer internationalen Vernetzung, der Inklusion von diskriminierten Minderheiten, ihres innovativen Charakters, der Stadtteilarbeit oder anderer objektiv prüfbarer, nicht ästhetischer Faktoren.

FDP FRANKFURT

Die Clubkultur in Frankfurt am Main durch Steuergelder direkt zu subventionieren, liegt sicherlich nicht im allgemeinen Verständnis der Freien Demokraten. Dennoch ist uns bewusst, dass die Clubszene zum sogenannten Lifestyle einer Stadt gehören und auch entsprechend von der Politik unterstützt werden muss. Aus unserer Sicht müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit sich Clubs problemlos in Frankfurt etablieren können und damit die Möglichkeit einer wirtschaftlich abgesicherten Existenz erhalten.

PIRATEN FRANKFURT

Unser Kulturverständnis ist polyzentrisch, vielfältig und interaktiv. Das Internet und die zunehmende Virtualisierung erweitern den  Möglichkeitsraum der kulturellen Erfahrung. Wir PIRATEN treiben die Entwicklung neuer Modelle der Partizipation, neuer Freiheiten des  Wissens, und neuer Ideen der Vernetzung voran. Dabei setzen wir uns auch in der Kulturpolitik für Demokratisierung, Mitgestaltung und Transparenz ein.

DIE PARTEI FRANKFURT

Die PARTEI kritisiert, dass die Stadt Frankfurt nur Konzerte von Helene Fischer und schlimmeren fördert. Die Live-Musik-Szene in Frankfurt ist durchsetzt von Rumpelmusik und Schlagermove-Publikum, welches Ihr Geld Lieber nach Hamburg bringt, um es bei Musicals zu verjubeln. Wir sagen: Schluss damit! Wir stehen für die Live-Musik-Stadt Frankfurt. Wir wollen an einem zentralen Platz eine öffentlich open Air Bühne errichten, die allen Konzertveranstaltern für HipHop-, Rock- und Indiemusik zu Verfügung steht. Schlager- und Volksmusik, sowie deutschen Liedermachern ist der Zutritt versagt. Lokale Veranstalter können diese Bühne kostenlos nutzen, sofern die Ratsherren der PARTEI mit Backstagepässen und kleinen „Geschenken“ versorgt werden. Allerdings darf man bei allen Finanzierungsdiskussionen nichtvergessen: Ein Künstler muss arm und leidend sein, sonst ist er kein Künstler! Dieses ganze Schreien nach Geld ist schmutzige Kapitalistenscheiße. Bei Clubs sieht das natürlich wieder anders aus, die sollen gutes Geld verdienen!

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