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Wahlprüfstein No. 3 – Sichtbarkeit von Clubkultur in Frankfurt

Erfolgreiche Club- und Live-Musikveranstaltungen bedürfen der Sichtbarkeit und Wahrnehmung. In den vergangenen Jahren sind Plakatflächen im öffentlichen Raum jedoch fast komplett in die wirtschaftliche Verwertung gegeben worden und werden zu Preisen vermarktet, die für kleine Kulturspielstätten und Clubs nicht darstellbar sind.

Clubs am Main fragt: #CaMfragt
Wie steht Ihre Partei zur Einführung von Kulturtarifen für Clubs und Musikveranstalter und zur Schaffung von eigens für diese reservierten Plakatflächen in attraktiven Innenstadtlagen?

CDU FRANKFURT

Die Vermarktung von Plakatflächen im öffentlichen Raum ist in Frankfurt schon seit langem auf private Betreiber übertragen worden. Die Einführung von Kulturtarifen bedarf einer entsprechenden Vereinbarung mit den Betreibern der Plakatflächen. Diese werden sich auf einen solchen Kulturtarif aller Wahrscheinlichkeit nur dann einlassen, wenn sie entsprechend weniger an die Stadt Frankfurt entrichten müssen. Die Stadt Frankfurt ist aber auf die Einnahmen angewiesen. Dennoch ist die Ver- einbarung eines Kulturtarifs durchaus erwägenswert, weil beispielsweise die städtischen Kulturein- richtungen dann Werkekosten sparen. Inwieweit darüber hinaus die Öffnung eines solchen Kulturta- rifs auch für Clubs möglich ist, wäre zu prüfen. Werbeflächen werden teilweise langfristig vorher ge- bucht und dann wären Verteilungskriterien bzw. Höchstgrenzen für jeden Werbenden im Rahmen des Kulturtarifs zu entwickeln. Vor diesem Hintergrund erscheint ein gesonderter Kulturtarif nicht sinnvoll zu sein. Bei einem öffentlich subventionierten Kulturtarif müssten dann aber auch die Einrichtungen die Zugangsbedingungen schaffen, wie sie für andere Kultureinrichtungen gelten (siehe nachstehend Ziffer 4).

DIE GRÜNEN FRANKFURT

Die Förderung von kleineren Kulturschaffenden und damit auch den Kulturspielstätten steht für uns Grüne im Vordergrund. Die Einführung von speziellen Kulturtarifen für Clubs und Musikveranstalter halten wir aufgrund der Vielzahl und Vielfalt der Kulturschaffenden für kaum darstellbar. Um die Sichtbarkeit und Wahrnehmung von Club- und Live-Musikveranstaltungen zu erhöhen könnten wir uns vorstellen zu prüfen, ob es möglich wäre, Werbeflächen an ausgesuchten Orten zur Bewerbung von Kulturspielstätten zu schaffen.“ Darüber hinaus unterstützt die Stadt aktiv die Gründung des Museums Of Modern Electronic Music an der Hauptwache. Damit wird auch dem Thema Clubkultur, unter der Schirmherrschaft u.a. von unserem Bürgermeister Olaf Cunitz, an prominenter Stelle Raum gegeben.

SPD FRANKFURT

Die Stadt hat sich durch die Privatisierung der Stadtwerbung faktisch aus der Plakatierung und Vermietung der Flächen zurückgezogen und sich ihres unmittelbaren Einflusses darauf entzogen. Die Werbung in der Stadt soll derzeit neu ausgeschrieben werden, weil der Vertrag mit der Deutsche Städte Medien DSM seit Jahren abgelaufen ist. Die SPD hat diesen Prozess kritisiert, da seitens der Stadt keine Steuerungsmöglichkeiten mehr vorhanden sind. Da dieser Vorgang aber kaum umkehrbar ist, begrüßen wir den Vorschlag, zusätzliche, alternative Flächen (z.B. ähnlich dem Prinzip der offenenBücherschränke) für die Bekanntmachung kultureller Veranstaltungen zu errichten und für bestimmte Flächen einen Kulturtarif einzuführen. Eine entsprechende Ausnahmeregelung wäre bei der neuen Ausschreibung des städtischen Gesamtwerbeangebots zu berücksichtigen.

DIE LINKE FRANKFURT

Die schwarz-grüne Stadtregierung hat es leider versäumt, den Vertrag über die Nutzung von Werbeflächen mit der Firma Ströer rechtswirksam zu kündigen, weswegen er sich automatisch um acht Jahre bis zum 31.12.2017 verlängerte. Bei einer erneuten Ausschreibung sollte ein Kulturtarif für kleine Spielstätten ausgearbeitet werden. Allerdings fällt auf, dass an U-Bahn-Stationen bereits jetzt die Mehrzahl der Plakate von kleinen Spielstätten belegt wird. Wir sollten über die konkreten Bedürfnisse reden.  Attraktive Innenstadtlagen zeichnen sich meistens durch die Abwesenheit von Plakatflächen aus, insofern wäre eine Realisierbarkeit zu überprüfen. Analog zu den Maßnahmen des Hamburger Clubkombinats könnte aber auch eine Initiative von Clubs am Main ausgehen, ein monatliches Clubplakat und einen Clubplan gemeinsam zu produzieren.

FDP FRANKFURT

Der Einführung eines Kulturtarifes stehen wir Freie Demokraten offen gegenüber.  Viele Kultureinrichtungen, wie beispielsweise das Schauspielhaus bieten beim Ticketverkauf ein zusätzliches RMV Ticket an, damit ihre Besucher zu günstigeren Konditionen problemlos zu den Spielstädten anreisen können. Wir werden eine Prüfung anregen, ob Kombinationstickets auch speziell für Club- und Musikbesucher angeboten werden können. Die Schaffung von Werbeflächen in der Innenstadt, gezielt für Clubs und Musikveranstaltungen, befürworten wir Freie Demokarten.

DIE PARTEI FRANKFURT

Eine Plakatfläche zu fordern ist wie RTLII nur auf einem Röhrenfernseher zu gucken – so 90er. Die PARTEI fordert sogenannte „Banner“ – eine Eigenentwicklung der PARTEI-Propagandaforschung. Hierbei handelt es sich um eine Art digitale Plakatwand. Vorteil: Weder Personal zum Kleben muss gestellt werden, noch Personal vor den Plakatwänden die vorbeilaufenden Passanten eintrichtern mal auf das Plakat zu schauen. Experten bescheinigen uns bereits jetzt: Diese „Banner“ könnten sich in den kommenden Jahren im Internet durchsetzen. Von dieser Idee halten wir sehr viel.

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