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Wahlprüfstein No. 4 – Livemusik-Cent in Frankfurt #CAMfragt

Clubs und Live-Musikspielstätten gehören zur DNA unserer Städte und tragen entscheidend zur Attraktivität einer Metropolenregion bei. Während beispielsweise in Hamburg ein Fonds in sechsstelliger Höhe zur Förderung der Livemusik bereit steht, der entscheidend zu einer anhaltende Vielfalt des Livemusik-Angebotes beiträgt, spielt das Thema in den Köpfen und Töpfen der hiesigen Kulturförderung jedoch kaum eine Rolle. Mit nur 50 Cent pro Einwohner und Jahr wären vielfältige Infrastruktur-Programme und neue Angebote durch ein Kulturinvestment in Clubs und Live-Musikspielstätten möglich! Eine solche strukturelle Förderung würde auch bei uns eine positive Wirkung für eine vielfältige Musikkultur entfalten.

Clubs am Main fragt: #CaMfragt
Welche Konzepte hat Ihre Partei, um zukünftig weiter ein attraktives Angebot an Club- und Musikveranstaltungen in der Stadt zu ermöglichen und wären Sie bereit, auch entsprechende Haushaltsmittel zur Verfügung zu stellen?

CDU FRANKFURT

Die Stadt Frankfurt fördert die Popularmusik mit 107.000 € und die allgemeine Musikförderung, insbesondere Jugendförderung, mit 115.000 € jährlich. Damit werden Musikprojekte gefördert. Hinzu kommt die institutionelle Förderung von Musikeinrichtungen wie Waggong e.V. mit 80.000 € jährlich, Weltmusik in der Brotfabrik mit 95.000 € jährlich, das Jazzfestival des HR mit 60.000 € jährlich und der Jazzkeller mit 20.000 € jährlich. Lässt man die Projektmittel für die allgemeine Musikförderung außer Acht, dann wird Jazz und sogenannte Popularmusik mit etwa 362.000 € jährlich gefördert, was in etwa dem Live-musik-Cent von 0,5 € pro Einwohner entspricht. Wir bevorzugen die Förderung von jungen Musikern, verschließen uns aber auch nicht einer Förderung von Clubs. Dann müssen allerdings dafür die gleichen Bedingungen gelten, wie bei anderen städtisch geförderten Einrichtungen, insbesondere Preisnachlässe für Inhaber mit Frankfurt Pass, Studenten, Auszubildende, Behinderte und Arbeitslose.

DIE GRÜNEN FRANKFURT

Mit mehr als 1.000 Bands und EinzelkünstlerInnen verfügt Frankfurt über eine vitale Livemusik- Landschaft, die wir unterstützen und fördern wollen. Unserem Bürgermeister Olaf Cunitz ist es jüngst gelungen, die bisher im Bundeseigentum befindlichen Bunker zu erwerben und u.a. für Bands sichern. Im Rahmen der Popularmusikförderung soll der Auf- und Ausbau einer praxisnahen und funktionstüchtigen Infrastruktur für die Musikerinnen und Musiker das Ziel der Förderung sein. Eine öffentliche Finanzierung kommerzieller Einrichtung möchten wir dagegen nicht.

SPD FRANKFURT

Grundsätzlich setzt ich die SPD dafür ein, dass der „Freien Szene“ ein größerer Anteil am Kulturetat zugesprochen werden sollte, damit auch die kreativen Frankfurterinnen und Frankfurter gefördert werden können, die nicht mit städtischen Einrichtungen verbunden sind. Hierunter fallen selbstverständlich auch Livemusik-Spielstätten und Clubs. Kultur für Alle, wie die SPD sie versteht, bedeutet eben nicht nur die Förderung der Hochkultur, sondern auch eine Förderung der Freien Szene und der Jugendkultur, die sich nicht nur auf eine projektbezogene Unterstützung beschränkt.

DIE LINKE FRANKFURT

Wir glauben, dass es notwendig ist, gemeinsam mit den Betreibern von Clubs, Discos & Livemusikstätten ein ähnliches Gutachten über Live Clubs zu erstellen, wie es in Hamburg bereits geschehen ist, um das attraktive Angebot in Frankfurt erhalten und ausbauen zu können. In Anlehnung an das Hamburger Gutachten, das leider die subkulturelle Szene etwas ausklammert, werden dort sehr interessante Ansatzpunkte und Konzepte vorgestellt. Unserer Einschätzung nach ist es zwingend notwendig, einen wie in Hamburg existierenden GEMA-Fonds sowie eines Schallschutz-Fonds in einer sechsstelligen Höhe für Kunstbetriebe zu realisieren, um die Betreiber von Live Musik Clubs und ihre kulturellen Arbeit zu unterstützen. Das Geld wäre vorhanden, nur setzt die schwarz-grüne Regierung derzeit andere Prioritäten und lässt selbst Straßen und Schulen verfallen. Zur Förderung siehe auch die Antwort unter Frage 2. Neben einem GEMA- und Schallschutz-Fonds für Kleinbetriebe wäre zu prüfen, ob die Stadt nicht selbst bei kurzfristigen Liquiditätsengpässen Bürgschaften übernehmen oder Kleinkredite geben könnte.

FDP FRANKFURT

Allgemein fest etatisierte Fördermittel ist aus Sicht der Freien Demokraten nicht der richtige Weg. Jedoch sehen wir im Rahmen der Projektförderung die Möglichkeit, gute Konzepte, die einen kulturellen und gesellschaftlichen Nutzen haben, in der Startphase zu unterstützen und entsprechende Rahmenbedingungen zu setzen. Wir Freie Demokraten unterstützen eine vielfältige Club- und Musikszene in Frankfurt am Main, denn wir sind der Meinung, dass diese Frankfurt attraktiv macht und zu einer Metropole dazugehört. Wir wollen Geschäftsleuten, Start-Up Unternehmen in der Club- und Musikbranche die Möglichkeit geben, sich in Frankfurt zu etablieren – dafür ist eine dauerhafte staatliche Förderung allerdings nicht notwendig.

DIE PARTEI FRANKFURT

Die PARTEI macht sich ständig um Konzerte in Frankfurt verdient. Wir haben schon mehrfach internationale Künstler (kostenlos) Frankfurter Clubs zur Verfügung gestellt. Kürzlich, am 3.10.2015, kamen auf unser Geheiß, SLIME und die Antilopengang. Wir werden nicht nur 50 Ct / Einwohner an Steuergeld in die Livemusikkassen spülen, auch werden wir auf dem Gelände der ehemaligen Galopprennbahn und der ehemaligen DFB-Sportschule eine Live-Musik-Mehrzweckarena der Spitzenklasse errichten lassen (Mit angrenzender Galopprennbahn und Einhornwildpark). Wer dieses Forum nutzen kann haben wir bereits oben erklärt.

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